Kritik

Feminismus heute: sexy wackeln die Pandahüften

Lexikon | aus FALTER 20/10 vom 19.05.2010

Im Nahen Osten existiert bereits ein abfälliger Begriff für künstlerische Arbeiten, die im Westen besonders gut ankommen: „Tschador-Kunst“ nennt man dort die klischeehafte Kritik an Verschleierung, die die Gleichung „Islam = weibliche Unterdrückung“ strapaziert. Kathrin Becker, die mit Claudia Stemberger die sehenswerte Ausstellung „No more bad girls?“ kuratiert hat, brachte von ihren Recherchen in islamischen Ländern dennoch Arbeiten zu diesem Problemfeld mit. So zeigt Newshas Tavakolians Fotoserie „The Day I Became a Woman“ neunjährige Iranerinnen, die in der Schule fröhlich das Fest ihrer Tschador-Anlegung feiern. Dargestellt als kollektiver Initiationsritus erscheint die Zeremonie vergleichbar der Erstkommunion. Die pakistanisch-stämmige Künstlerin Maryam Jafri kritisiert in einer Bild-Text-Arbeit, dass die okzidentale Wahrnehmung islamischer Länder noch immer von der Kolonialgeschichte verzerrt ist. Eine herrliche Videoperformance stammt von Nezaket Ekici,


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