Neu im Kino

Die schwerfällige Wahrheit über „Robin Hood“

Lexikon | Joachim Schätz | aus FALTER 20/10 vom 19.05.2010

Wild ging es zu im Mittelalter: Der letzte König hat sein Land mit abenteuerlichen Investitionen fast in den Bankrott getrieben; der neue hetzt mit drastischen Steuererhöhungen die Bevölkerung gegen sich auf, während die Krisengewinnler aus dem Ausland wie Heuschreckenschwärme einfallen. Nachdem zuletzt im Historienactionkino „King Arthur“ (2004) als römischer Söldner geoutet wurde, erfährt jetzt auch der Wegelagerer vom Sherwood Forest eine historisch spekulative Revision: Robin (Russell Crowe), ein einfacher Bogenschütze im Sold des Pleitiers Richard Löwenherz (toll: Danny Huston), kehrt dank einer Serie von Zufällen als falscher Landbaron nach England zurück. Ridley Scotts „Robin Hood“ beginnt ostentativ desillusioniert und innen- wie außenpolitisch verwickelt. Das Resultat ist in Tonfall und Handlung nicht weniger eklektisch und absurd als der sorglose, campy Kevin-Costner-„Robin Hood“ von 1991, dafür um einiges schwerfälliger.

weiterhin im Kino (OF im Artis, Burg, Haydn)


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