Buch der Stunde

Da speit der Vulkan und es zittert die Erde

Lexikon | Karin Chladek | aus FALTER 20/10 vom 19.05.2010

Es ist eine Geschichte der Ängste, aber auch der Faszination: Von der „Macht der Natur“, besonders dem Vulkanismus, waren viele Künstler seit dem 18. Jahrhundert regelrecht besessen. Heute ziehen Katastrophenfilme ein breites Publikum in ihren Bann. Der Genfer Historiker François Walter geht der kulturgeschichtlichen Deutung und Bewältigung dessen nach, was wir heute Katastrophen nennen. Er stützt sich dabei auf philosophische, literarische, künstlerische und nicht zuletzt mediale Überlieferungen, Bilder und Texte des 16. bis 21. Jahrhunderts – eine ambitionierte, aber lohnenswerte Gesamtdarstellung, die einige Leseaufmerksamkeit verlangt.

Das Erdbeben von Lissabon 1755 erschütterte nicht nur die Stadt, sondern auch den Glauben an die Gerechtigkeit Gottes und sorgte für hitzige Debatten unter den europäischen Intellektuellen: Voltaire und Diderot hatten für die nicht nur von Leibniz vertretene Auffassung von der Existenz einer gottgeschaffenen „besten aller möglichen


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