Ohren auf

Sammelkritik

Lexikon | Gerhard Stöger | aus FALTER 20/10 vom 19.05.2010

Gefühlsrock, Görenpop und Dum Dum Girls

Von wegen schwieriges zweites Album: Marilies Jagsch hat mit „From Ice to Water to Nothing“ (Asinella) jene Stimme gefunden, die sie auf ihrem guten, aber doch etwas unsicher wirkenden Debüt vor zwei Jahren noch gesucht hat. In neun, teils ausladenden Liedern steckt die in Wien lebende Oberösterreicherin das Terrain zwischen aufgerautem Folk, epischem Midtemporock sowie streicher- und bläserunterstütztem Postrock klarer ab, wodurch ein geschlossener und auch selbstsicherer Gesamteindruck entsteht. Die Färbung ist dunkelgrau, die Grundstimmung anders als glücklich. Und doch prägt diese Lieder eine große Schönheit, die aber kein bisschen gefallsüchtig wirkt, sondern spröde und ein wenig rätselhaft.

Bei Kate Nash ist das anders. Sie will unbedingt gefallen, mit dem neuen Album „My Best Friend Is You“ (Polydor) mindestens so sehr wie mit ihrem Erfolgsdebüt. Permanent fragt sie, das über Nacht zum Popstar aufgestiegene charmante Gör


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