Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 20/10 vom 19.05.2010

Das ist neu: Florian Klenk geht nachhause, während es draußen noch hell ist. Diese Lebensqualität schuldet er nicht besserer Organisation in der Redaktion, sondern den Zwillingen, die zuhause auf ihn warten (und ihrer Mutter, zu deren Entlastung er eilt). Dafür hat er das ganze Wochenende an seinen Geschichten gearbeitet.

Hingegen nicht neu: Ingrid Brodnig brütet noch über letzten Einzelheiten eines Textes. Aber es ist ziemlich neu, dass sie sich darin gezwungen sieht, mit Karyatiden des Netzes abzurechnen, mit Google und mit Facebook, auf deren Schultern wir also auch nicht direkt die neue Gesellschaft errichten werden.

Auch sonst gibt es nicht viel Neues, Christopher Wurmdobler trägt ein Käppi aus einem Stoff, aus dem sie früher Kinderbadehosen machten, traut sich aber damit nicht recht in den kühlen Mairegen hinaus. Da sei doch ein maritimes Zeichen an der Seite des Käppis, bemerke ich fragend. Eine Art Anker? Wurmdobler, hohnlachend: Das ist doch das Mühlbauer-Logo!

Sein Humor wirkt aufgesetzt, denn er hat unbedachterweise letzte Woche für das schönste Foto eines Spargelrisottos den Großen Spargelpreis ausgelobt. Dutzende Einsendung kamen, und Wurmdobler baldowert nun aus, worin denn der Große Spargelpreis bestehen wird.

Stefan Apfl wird ihm nicht helfen, der ist mit den Gedanken woanders, weil er gerade in einem historischen Seminar der Universität über den Falter referieren durfte. Und Klenk hat das Büro schon verlassen. Er geht nachhause zu Frau und Kind. Dort kocht er Spargel.


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