Glosse

Streit um Mundl: Ein Vater sorgt sich um sein totes Kind

Kultur

Falter & Meinung | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 20/10 vom 19.05.2010

Hinter den Kulissen des zweiten „Mundl“-Kinofilms (Arbeitstitel: „Die Deppaten und die G’spritzten“) spielen sich mundlreife Szenen ab: Kurz vor Drehbeginn geht Autor Ernst Hinterberger auf Distanz zu dem Projekt. Weil sein Drehbuch bis zur Unkenntlichkeit entstellt worden sei, spricht Hinterberger im Kurier von „geistigem Vatermord“. Eine nachvollziehbare Reaktion. Unverständlich ist daran nur, dass Hinterberger sich vom ersten Mundl-Film „Echte Wiener“ nicht distanziert hat. Schon mit diesem Machwerk wurde dem Mythos Edmund Sackbauer irreparabler Schaden zugefügt. Das Kind, das Papa Hinterbeger jetzt beschützen will, ist also längst tot. Wäre der echte Mundl noch am Leben, gäb’s für alle Beteiligten eine Watschen, dass ihnen 14 Tag der Schädel wackelt. Mindestens.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige