Inflationsgefahr? Die schöne Schubkarre statt dem wertlosen Portemonnaie

Politik | aus FALTER 20/10 vom 19.05.2010

Die Zeiten von Hyperinflation sind lange vorbei, aber noch immer sind sie in Österreich und Deutschland ein nationales Trauma. Fast jeder hat einen Uropa, der ruiniert wurde. Und man erzählt sich die seltsamsten Geschichten. Etwa die, dass es üblich war, sich beim Wirten zwei Biere gleichzeitig zu bestellen – weil, während man das eine trank, schon der Preis für das nächste gestiegen wäre. Oder die Geschichte von der alten Frau, die ihr Geld in einer Schubkarre heimfuhr, diese einen Augenblick unbeaufsichtigt ließ – woraufhin ihr Diebe die Schubkarre gestohlen, das wertlose Papiergeld aber zurückgelassen hatten.

Drohen bald wieder ähnliche Verhältnisse? Dass die Europäische Zentralbank (EZB) nun viel Geld in den Markt pumpe, indem sie den Banken fragwürdige griechische, spanische und portugiesische Staatspapiere abkaufe, gefährde das Stabilitätsziel der Geldpolitik, warnte jetzt Axel Weber, der Chef der Bundesbank – also praktisch der deutschen Filiale der EZB.

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