Eine Sprache, die nach der Bühne schreit

Feuilleton | aus FALTER 20/10 vom 19.05.2010

Seit Elfriede Jelinek keine Dramen mehr schreibt, ist sie am Theater erfolgreich. Zwei Regisseure erklären ein Phänomen

Feature: Wolfgang Kralicek

Vor zwölf Jahren hat es Elfriede Jelinek aufgegeben. Das damals veröffentlichte „Sportstück“ beginnt mit folgendem Hinweis an die Regie: „Die Autorin gibt nicht viele Anweisungen, das hat sie inzwischen gelernt. Machen Sie, was Sie wollen.“

Mit der ihr eigenen Selbstironie hat Jelinek damit eigentlich nur zum Ausdruck gebracht, was zumindest im deutschsprachigen Theater ohnedies Usus ist: Die Regisseure machen hier grundsätzlich, was sie wollen. Und Elfriede Jelinek ist damit meistens sehr gut gefahren: Je freier das Theater mit ihren Texten umgeht, desto besser.

„Diese Texte sind eine Provokation für das Theater“, sagt der deutsche Regisseur Nicolas Stemann. „Und lange Zeit ist dem Theater ja auch nicht viel dazu eingefallen.“

Zum ersten Mal hatte die Autorin 1988 ein Stück geschrieben, dem man äußerlich nicht ansah, dass


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