Ausgefuchst: „Fantastic Mr. Fox“ von Wes Anderson läuft nur als Sondervorführung im Filmmuseum

Feuilleton | aus FALTER 20/10 vom 19.05.2010

Filmkritik: Gerhard Midding

Mr. Fox’ Lächeln entspricht nicht unbedingt dem, was wir gewinnend nennen würden. Genau genommen ist es eher ein Zähnefletschen – freilich freundlich gemeint: Es ist eben das einzige Lächeln, das ihm als Fuchs zur Verfügung steht. Auch seine Tischmanieren sind befremdlich. Rasant zerbeißt er seine Speisen – insgeheim würde er ja viel lieber ein Huhn verschlingen als den morgendlichen Toast.

Die Momente, in denen die ungezähmte Natur seines Titelhelden durchbricht, streut Wes Anderson regelmäßig als Stolpersteine in den erzählerischen Fluss seines ersten Animationsfilms. Sie konterkarieren trefflich Fox’ weltmännisches Gehabe. Allzu leicht könnte man sonst seinem gewieften Charme erliegen; erst recht, da ihm George Clooney seine Stimme leiht.

Mr. Fox ist ein Pater familias, der große Stücke auf sich hält. Wer „The Royal Tenenbaums“ kennt, ahnt schon, dass seine Familie es nicht leicht mit ihm hat. Der Widerspruch von Eigen- und Gemeinschaftssinn

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