Östlicher Spirit statt westlicher Verflachung: Peter Noever über die Kunst aus Nordkorea

Feuilleton | aus FALTER 20/10 vom 19.05.2010

Vor sieben Jahren besuchte Mak-Direktor Peter Noever als Tourist die Demokratische Volksrepublik Korea. Beim Besuch der Korean Art Gallery Pjöngjang hatte er die Idee zu einer Ausstellung. Wenige Tage vor der Mak-Vernissage gab er Auskunft.

Falter: Inwiefern hat Ihr Besuch in Nordkorea Ihre Vorurteile korrigiert?

Peter Noever: Ich habe sicher viele Schwächen, mitunter auch Vorurteile, aber vor dem Fremden hatte ich immer einen mit Interesse verknüpften Respekt. Man muss davon absehen, alles verstehen zu wollen. Auch wenn man nach Japan fährt, sind so viele Dinge anders, selbst wenn man die Sprache beherrscht. Die Unterschiede zwischen Kulturen und Ländern sind oft faszinierend, gerade wenn sie dramatisch sind. In Europa gibt es die Gefahr der Verflachung, etwa durch Bürokratie, die sich über alles drüberlegt.

Was war das Spezielle an Nordkorea?

Noever: Die dortige Situation hat utopische Züge. Pjöngjang ist eine Retortenstadt, die nach ihrer Zerstörung im Koreakrieg in kürzester


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