Fußball

G’wunna hamma: Opfern für den Fußballgott

Glosse

Stadtleben | aus FALTER 20/10 vom 19.05.2010

Wolfgang Kralicek über das Treiben auf und neben dem Spielfeld

Bei Bayern München ist es bei Siegesfeiern Usus, einander mit Hektolitern Weißbier zu beschütten. Ein unappetitlicher Brauch, der längst auch Österreich erreicht hat. Am Sonntag etwa begoss Sturm Graz den Cupsieg mit Bierduschen, wobei in diesem Fall natürlich köstliches Puntigamer verschüttet wurde. Vorbild für diese Verschwendung hochwertiger alkoholischer Getränke ist die Formel 1, wo man es bei der Siegerehrung immer wieder lustig findet, gigantische Champagnerflaschen als Spritzpistolen zu missbrauchen. Handelt es sich bei dem Ritus um eine Art Taufe? Sieht so aus, aber von welcher Sünde wollen sich die siegreichen Kicker damit reinwaschen? Eher haben wir es wohl mit einem heidnischen Opfer zu tun: Die Kicker bedanken sich beim Fußballgott, indem sie ihm das opfern, was sie jetzt eigentlich viel lieber trinken würden.


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