Festwochen Tipps

Sex und Gewalt aus Moskau und Budapest

Lexikon | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 21/10 vom 26.05.2010

Der ungarische Regisseur Kornel Mundruczó, 34, war mit seinem räudigen „Frankenstein-Projekt“ die Entdeckung der vorjährigen Festwochen. Heuer ist er mit einer Adaption von Vladimir Sorokins Roman „Ljod. Das Eis“ wieder da. Der russische Konzeptschriftsteller entwirft in dem 2002 erschienenen Buch die Vision einer elitären Sekte; wer zu den 23.000 blonden, blauäugigen „Auserwählten“ gehört, lässt sich nur auf drastische Weise feststellen: Wer das Durchstoßen des Brustkorbs mittels Eispickel überlebt, ist einer. Mundruczós Inszenierung (Originaltitel: „A jég“, Premiere 2006) wird als hochenergetisch beschrieben; Augenzeugen berichten außerdem von ungewöhnlich expliziten Sexszenen. Die Aufführung ist deswegen erst ab 18 Jahren freigegeben. Ein Grund mehr, neugierig zu sein!

Museumsquartier, Halle G, Mi, Do 20.30 (bis 4.6.)


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