Kritiken

In der Schule der Arbeitslosen

Lexikon | Valerie Kattenfeld | aus FALTER 21/10 vom 26.05.2010

Wer arbeitslos ist, ist selber schuld. So sieht man das in einem Trainingslager für schwer Vermittelbare, die es verabsäumt haben, ihren Lebenslauf mit fiktiven Auslandsaufenthalten und Auszeichnungen aufzupeppen. In „Vorstellungsgespräch“, einer Bühnenfassung von Joachim Zelters Roman „Schule der Arbeitslosen“, wird eine Gesellschaft gezeichnet, in der die Leugnung von Authentizität der einzige Weg zum Erfolg ist. Symbolisch landen in Andrea Hüglis Inszenierung sämtliche individuellen Reliquien in der Erdgrube. Szenen, in denen die Message etwas zu dick aufgetragen daherkommt, wechseln mit originellen Einfällen. Die Schauspieler werden dem vehement zeitgenössischen Thema zwar gerecht, jedoch bekommt man auf inhaltlicher Ebene nur das wiedergekäut, was man eh schon kennt.

Theater Drachengasse, tägl. außer So/Mo 20.00 (bis 19.6.)


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