Vernissagen

Wahre Lügen: von der Lust, durch Wände zu sehen

Lexikon | aus FALTER 21/10 vom 26.05.2010

Als „vierte Wand“ wird im Theater die zum Publikum hin offene Seite einer Guckkastenbühne bezeichnet, die die Darsteller jedoch wie eine geschlossen behandeln. Dieser dramaturgische Kniff galt nicht immer: So kritisierte der Schriftsteller Denis Diderot noch, dass sich die Schauspieler des Unterhaltungstheaters direkt an die Zuschauer wendeten. Die Grenze zwischen Illusion und Realität steht nun im Brennpunkt der Schau „Hinter der Vierten Wand. Fiktive Leben – Gelebte Fiktionen“, die mit Brecht und Godard Kritik am naturalistischen Tun-als-ob übt. Bei den gezeigten Arbeiten von zwölf Künstlern kommen so unterschiedliche „Dramen“ wie Kriegsverbrecherprozesse oder die Misere der Arbeiterschaft zur Aufführung. ns

Generali Foundation, Mi 19.00; bis 15.8


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