Neu im Kino

„Vertraute Fremde“ auf Zeitreise in die 1960er

Lexikon | Michael Pekler | aus FALTER 21/10 vom 26.05.2010

Das mit der Reise durchs eigene Leben ist so: Entweder man hat sich selbst gefunden oder man nimmt den Zug. Thomas (Pascal Greggory), zweifacher Familienvater und ideenloser Comiczeichner, steigt in „Vertraute Fremde“ ins falsche Abteil und landet in seinem Heimatdorf in den französischen Bergen.

Am Grab der Mutter bricht er, von einem weißen Schmetterling umflattert – eine Reverenz an die Manga-Vorlage von Jiro Taniguchi –, zusammen und wacht als 14-Jähriger wieder auf. Mit seiner zweiten Chance will Thomas nun verhindern, dass sein Vater, der auch mit der Bahn fährt, seine Familie für immer hinter sich lässt. Aus dieser wenig innovativen Idee, die andernorts Fließbandfilme wie „17 Again“ abwirft, formt Sam Garbarski („Irina Palm“) ein von Air buchstäblich angehauchtes Rührstück, das die Zeitreise in die 1960er mit angeblich elementaren Fragen des Lebens ausstattet. Indem der Selbstfindungstrip am Ende ein Lächeln auf Greggorys steinerne Miene zaubert, dürfte er aber nicht umsonst gewesen sein.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Votiv)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige