Ohren auf

Sammelkritik

Lexikon | Carsten Fastner | aus FALTER 21/10 vom 26.05.2010

Ja, das gibt’s: Überraschungen bei Schubert

Im Klavier bebt und brodelt verhalten eine Kraft, aus der sich, erst noch matt, doch bald in bronzenem Glanz erstrahlend, ein wehmütig gezogener Geigenton erhebt – um gleich darauf zu changieren und in klingende Silbertropfen zu zerperlen.

Es hat etwas von einer Beschwörung, wie Julia Fischer und Martin Helmchen Franz Schuberts Fantasie für Violine und Klavier gleichsam aus dem Nichts hervorzaubern, so wie Schubert selbst darin kurz vor seinem Tod die Erinnerung beschworen haben mag: „Ein Hauch der Liebe tilget Raum und Zeiten“, zitiert er sein eigenes Rückert-Lied „Sei mir gegrüßt“.

Auf zwei CDs haben Fischer und Helmchen „Franz Schuberts Gesamtwerk für Violine und Klavier“ aufgenommen (Pentatone/Gramola): die drei Sonatinen und das Rondo, die „Duo“-Sonate und eben die Fantasie. Und je mehr man dem fasziniert lauscht, umso weniger versteht man, weshalb diese Werke so selten zu hören sind. Wohl weil es zwei so solistisch


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige