Für Freunde der Baukunst: kurztrips in Ort und Zeit

Steiermark | Herwig G. Höller | aus FALTER 21/10 vom 26.05.2010

die architekturtage ermöglichen ungewöhnliche einblicke

Mit Perspektiven haben sie sich schon immer gut ausgekannt. Kein Wunder also, dass im Programm der diesjährigen Architekturtage gerade Perspektivenwechsel auffallen. Da führt einerseits Kritikerin karin tschavgova in ihrer Tour zu den höchsten Aussichtsplattformen der Stadt – Posthochhaus, Chirurgie- oder Kirchturm – und erlaubt den Blick von oben. Andererseits liefert Architekt Martin Brischnik in „Architektur der Infrastruktur" Einblicke in Orte zumeist unter Tag, die das urbane Leben erst ermöglichen. Aber auch jenseits von Vogel- und Froschperspektive sind in diesen Tage vielfältige Einblicke möglich, stehen preisgekrönte „Ansichtsexemplare" kurzfristig offen und können im Rahmen von Kurzreisen in Stadt und Land bestaunt werden.

Schon zur Eröffnung am Donnerstag präsentiert Diagonale-Intendantin Barbara Pichler mit emanuel daneschs „livesafelyineurope"(A, 2007) und gerbert rappaports „Ceremuški" (UdSSR, 1962) zwei aus architektonischer Sicht wertvolle Filme. Tags darauf erfreut der Freitag mit einer Neuauflage der „BANALE" im Rahmen der Architekturtage. In den Neunzigerjahren war dieses Minifestival Ausdruck der kulturellen Ausstrahlungkraft der TU-Graz-Architekturzeichensäle gewesen. Im letzten Jahrzehnt war es diesbezüglich um AZ 1 bis 4 eher ruhig geworden. Heuer läuft die „BANALE" jedenfalls unter dem Titel „was ihr bringt", jeder kann bis Freitag Projektbeschreibungen vorbeibringen. An alte Zeiten wird übrigens auch der Abschluss der „BANALE" erinnern: Kollektiv wird zum „alten HDA" in der Engelgasse gezogen, das Fest findet dort statt. Früher hat man noch wild auf den Zeichensaaltischen herumgetanzt. Das dürfte mittlerweile Geschichte sein.

Architekturtage, HDA, Eröffnung Do 19.00, Programm Fr, Sa


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