Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 21/10 vom 26.05.2010

Es gibt diese Fernsehwerbekampagne, in der sich die Kleinen strecken und die Schwachen anstrengen, was ihnen dann auch triumphal gelingt, und weil es die kleinen Erfolge sind, die zählen, müssen wir jetzt alle ein Sparbuch eröffnen. Die redaktionsinterne Aufführung dieses Spots ging vergangenen Freitag im Zimmer des Feuilletonchefs über die Bühne, das eine sichtlich stolze Ingrid Brodnig mit einem Plastikgeschirr betrat, in der sich ihr Deadlinelunch (Lasagne) befand: „Schau, diesmal ist sie mir gar nicht runtergefallen.“

Ganz toll, Ingrid. Aber den (gar nicht so kleinen) Erfolg – dass das Blatt nämlich noch vor Pfingsten „zugemacht“ wurde, damit die Werktätigen an den Schreibmaschinen, Bleilettern und Druckmaschinen die wohlverdiente Feiertagsruhe genießen konnten – vermag auch eine Brodnig mit den bestgefüllten Kohlenhydratspeichern der Welt nicht allein zu wuppen, da müssen die Männer und Frauen im Betrieb Schulter an Schulter zusammenstehen und an einem Strang ziehen, was aber wiederum nur möglich ist, wenn sie sicheren Fußes über die Treppe schreiten können, die Redaktion und Satz miteinander verbindet, was wiederum der rutschfeste Gummi aus heimischer Produktion ermöglicht, den der Genosse Fabriksarbeiter mit kundiger Hand aufgeklebt hat. Ist die Rutschgefahr gebannt, kann der Server aber noch immer abschmieren, was Vedi & Vaci im Schweiße ihres Angesichts verhindert haben. Und dann radelte auch noch Matthias Dusini mit strammen Wadeln heran, um seinen Kollegen spontan auszuhelfen – Helden und Heldinnen des Werktags, ihr alle!


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