Kommentar

Fürchtet euch nicht! Das Gymnasium für alle ist eine gewiefte Idee

Bildungspolitik

Ingrid Brodnig | Falter & Meinung | aus FALTER 21/10 vom 26.05.2010

Preisfrage: Wie nennen das ÖVPler, wenn einer ihrer Kollegen etwas Gescheites sagt? Eine Privatmeinung. Mit dieser Einschätzung gab Vizekanzler Josef Pröll zumindest zu verstehen, was er vom Vorstoß seiner Wissenschaftsministerin hält. Beatrix Karl plädiert für ein „Gymnasium für alle Zehn- bis 14-Jährigen“, sprich eine Art Gesamtschule. Natürlich distanziert sich die Volkspartei prompt davon, die Lehrergewerkschaft schreit auf.

Es handelt sich um die erste überraschende Aktion der Wissenschaftsministerin und zeigt, dass bürgerliche Politiker ihre Augen nicht automatisch vor gesellschaftlicher Ungerechtigkeit verschließen müssen. Nichts anderes ist das Auseinanderdividieren der Kinder mit zehn Jahren, bei der das Schulsystem die angeblich klügeren Kinder ins Gymnasium und die angeblich weniger Klugen in die Hauptschule schickt. Hier werden Karrieren verbaut und soziale Unterschiede einzementiert. Das wissen alle, nur die ÖVP gesteht es nicht ein. Lieber macht sie Klientelpolitik

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