Kolumne

Der Straßenkampf in Bangkok: Warum Thailand blutet

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 21/10 vom 26.05.2010

Thailand ist mehr als ein Urlaubsland mit herrlichen Stränden. Es ist ein prowestlicher Vorposten in zentraler Lage in Südostasien, dessen politische Entwicklung weit in die Nachbarstaaten hineinwirkt. Auch deshalb hat die derzeitige Krise internationale Folgen. Selbst Pekings Hardliner nützen die Unruhen in Thailand als Argument gegen eine liberale Öffnung, die nur zu Chaos führe.

Zu Zeiten des Vietnamkriegs in den 60er-Jahren war Thailand ein Stützpunkt für die US-Langstreckenbomber B52 für ihre Einsätze gegen Nordvietnam und den Vietcong. Die USA stärkten Monarchie und Militär, um die politische Stabilität abzusichern.

Das Land selbst war als eines der wenigen in dieser Region der Kolonialisierung entkommen, wirtschaftlich aber stand es völlig in der Abhängigkeit Japans und der USA. In den 80er-Jahren erlebte es einen Wirtschaftsboom als Billigproduzent für westliche Märkte, bevor China und Vietnam diese Rolle übernahmen. Eine Industrialisierung setzte ein, das soziale


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