„Man kann es Populismus nennen“

Politik | aus FALTER 21/10 vom 26.05.2010

Der burgenländische SPÖ-Landeschef Hans Niessl über Angst, Volk und seine Politik

Interview: Martin Gantner, Julia Ortner

Ein Glaspalast oberhalb des Neusiedler Sees, ausgestattet mit Geschäft, Café und Kinderspielplatz. Etwas protzig, sehr bunt und fast gemütlich. So wie das Haupthaus der Bäckerdynastie Naglreiter stellt sich Landeshauptmann Hans Niessl wohl sein neues Burgenland vor. Er empfängt im „Stüberl“ zum Gespräch vor der Landtagswahl am 30. Mai.

Falter: Herr Landeshauptmann, wie viele Morde wurden im vergangenen Jahr hier in Neusiedl verübt?

Hans Niessl: Das Burgenland ist ein sicheres Bundesland. Mir ist kein Mord bekannt.

Im Burgenland werden nur 1,6 Prozent aller österreichischen Straftaten begangen. Sie wünschen sich dennoch im Wahlkampf ein „Sicherfühlland“. Warum?

Niessl: In vielen Bereichen mag das stimmen. Das Problem ist: Die Frau Innenminister hat viele Polizisten, die in Pension gegangen sind, nicht nachbesetzt, sodass uns aktuell 300 Polizisten fehlen.


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