Burgenlandwahl: Zur Absoluten verurteilt

Politik | aus FALTER 21/10 vom 26.05.2010

Endlich wieder ein roter Sieg: Wenn das Burgenland am 30. Mai wählt, wird Hans Niessl wohl der erste rote Landesfürst seit längerer Zeit sein, der am Wahltag triumphiert. Abgesehen von Heinz Fischers Wiederwahl als Staatsoberhaupt haben Werner Faymanns Sozialdemokraten ganze zwölf Niederlagen hinter sich. Ein Spitzenergebnis im Burgenland soll nun für gute Stimmung am Parteitag im Juni sorgen und die Wende für die krisengeplagten Roten bringen. Schließlich stehen im Herbst die harten Wahlauseinandersetzungen in der Steiermark und in Wien auf dem Programm. Niessl gilt als jener SPÖ-Landeschef, der seine absolute Mehrheit mit hoher Wahrscheinlichkeit halten kann.

2005 erreichte Niessl 52,2 Prozent der Stimmen. In den aktuellen Umfragen liegt er nun bei knapp unter 50 Prozent. Die Sozialdemokraten regieren seit 1964 im Burgenland, zuletzt in einer Proporzregierung mit der ÖVP. Niessl kann eine beachtliche sachpolitische Bilanz aufweisen: Das einst ärmste Bundesland steht wirtschaftlich so gut da wie nie zuvor, die Ziel-1-Gelder der EU wurden sichtbar investiert.

Außerdem verfügt das Burgenland über den höchsten Anteil an Maturanten und arbeitet auch an seiner Vorreiterrolle in Sachen erneuerbare Energie. Trotz all der Errungenschaften dürfte es aber Niessls Konflikt mit der ÖVP-Innenministerin Maria Fekter um das geplante Erstaufnahmezentrum Eberau sein, der seine Wähler stark mobilisieren wird.

Das Burgenland in Zahlen

Bewohner zählt das bevölkerungsärmste Bundesland Österreichs

750

Soldaten absolvieren derzeit den Assistenzeinsatz im Burgenland

251

Mal wurde im Vorjahr in burgenländische Häuser und Wohnungen eingebrochen

19

Flüchtlinge wurden 2009 vom Bundesheer aufgegriffen


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