Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Ingrid Brodnig | aus FALTER 21/10 vom 26.05.2010

In einer dunklen Straße ohne Anrainer sollen die Prostituierten stehen

Überall im 15. Bezirk stehen abends Prostituierte. Nur an einem Ort nicht: in jenem dunklen Teil der Linzer Straße, der hinter dem Technischen Museum liegt. Doch gerade hier will die Stadt eine Schutzzone für sie einrichten. Einen zweiten Straßenstrich wird es auf der Linken Wienzeile geben. Ausgewählt wurden diese Orte, weil es hier keine Anrainer gibt. Einige Meter vom Technischen Museum entfernt, neben der hellbeleuchteten Tankstelle, steht eine Frau, blondgefärbt, Lackstiefel, extrakurzer Mini. „Da vorne ist es zu dunkel“, sagt sie. Sie steht außerhalb der Schutzzone, generell gefällt ihr die Idee aber. „Es muss auch Plätze geben, wo wir stehen können“, sagt die Polin, die seit fünf Jahren in Wien ist. Das Anschaffen sei schwieriger geworden, weil es mehr Prostituierte gibt. Viele arbeiten ohne Schutz. „Früher hat keiner gefragt: Blast du ohne Kondom?“, sagt die junge Frau. Heute sei das anders. Das ärgert sie und bereitet ihr Sorgen.


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