Nachgetragen

Wien, Europa und die Welt. Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Politik | aus FALTER 21/10 vom 26.05.2010

Wiener Wäscher mit Chip: Callcenter statt Hausbesorger

Anna Sawerthal

Heute hat Renate Bartok Waschtag. Die Hausbesorgerin des Gemeindebaus in der Malfattigasse wäscht gleich für ihre 90-jährige Nachbarin mit, die nicht mehr in die stickige Waschküche im Keller gelangt. Früher hat Bartok den Waschplan erstellt. Heute ruft sie, wie alle Mieter, beim Callcenter an. Dort erhält sie einen Waschtermin, zu dem sie mit ihrem Chip-Schlüssel die Gittertüren im Keller entsperren kann. In 450 Gemeindeanlagen ist der Zutritt zu den Waschküchen nur mehr über Chip möglich. Es ist – wenn man so will – ein Chip gegen H.-C. Strache: Denn auch in den Waschküchen gerieten Inländer und Zuwanderer aneinander.

Seit zwölf Jahren putzt Bartok in ihrem Gemeindebau. Früher hat sie auch den Schlüssel zur Waschküche vergeben. Seit zwei Jahren wird das von Wiener Wohnen zentral geregelt. Zu oft hätten Hausfremde die Waschküchen benutzt. Und in manchen Bauten gibt es keine Hausbesorger mehr. „Die


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