Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 21/10 vom 26.05.2010

Sandra Maischberger hat einen schlimmen Männergeschmack. Da saß doch in ihrer Show vergangene Woche einer, der sich bei uns eigentlich nicht mehr in den Meinl am Graben trauen dürfte (was ihn allerdings nicht davon abhält): Karl-Heinz Grasser (ARD, Di, 22.45 Uhr). Perfekt geföhnt, gut gebräunt und slick wie ein Aal erklärte der Ex-Finanzminister den Deutschen auf seine jovial-großkotzige Art, wie man den Euro und die Währungsunion retten kann. Grasser war schon immer ein beliebter Gast in deutschen Diskussionssendungen. Der fesche, neoliberale Ösi mit seinem Schmäh vom „Nulldefizit“ und diesem aparten Dialekt, den finden die großen Nachbarn charmant. Doch nun, nach Buwog und anderen Affären rund um Grasser, sollte Maischberger und Co klar sein, dass dieser Gast echt nicht mehr satisfaktionsfähig ist und nicht mit seriösen Experten über Politik diskutieren sollte. Es wird ja wohl noch andere Unternehmerinnen-Gatten mit viel Tagesfreizeit geben, die im Fernsehen gut ausschauen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige