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Medien | aus FALTER 21/10 vom 26.05.2010

Die Verzweiflung bei den USB-Stick-Herstellern ist groß

prüfbericht: thomas vaŠek

Es gibt Produkte, die derart verbreitet sind, dass sie eigentlich keinen Wert mehr besitzen. Man bekommt sie einfach „nachgeschmissen“. USB-Sticks zum Beispiel. Die Dinger sind mittlerweile derart billig, dass man sich fragt, warum man nicht zu jedem Sixpack im Supermarkt einen Stick mit ein paar Gigabyte geschenkt bekommt. Also suchen die Hersteller nach dem USB-Stick mit dem gewissen Etwas. Der erste Ansatz läuft auf rohe Gewalt hinaus: Man potenziert einfach Speicherplatz und Preis.

Das Ergebnis ist der neue Stick von Kingston mit 256 Gigabyte für wohlfeile 820 Euro. Nun ja, wer braucht nicht schnell mal 256 Gigabyte Speicherplatz! Der zweite Ansatz: Man verleiht USB-Sticks neue Funktionen. Der neue Stick UMEMO021600 von Brando zum Beispiel kann nicht nur zwei Gigabyte Daten speichern, sondern auch laut Hersteller rund 70 Stunden Sprachaufnahmen aufzeichnen (rund 25 Euro).

Der dritte Ansatz: Man setzt USB-Sticks für neue Aufgaben ein. Zum Beispiel als Radiorekorder. Mit dem „Popstick“ von Hama (70 Euro) kann man Musikbeträge aus dem Radio aufnehmen. Der Stick unterscheidet dabei selbstständig Musik- von Wortbeiträgen. Man hängt den Popstick einfach an die Stereoanlage und lässt ihn mitlauschen. Das Problem ist allerdings, dass man während der Aufnahme nicht weiß, was und wie viel der Stick eigentlich aufnimmt – und ob nicht doch auch einmal das Gedudel vom Verkehrsfunk dabei ist. Es gibt mittlerweile Programme für Radioaufzeichungen im Web, wie etwa radio.fx, die das alles viel besser können. Und das Beste daran: Sie sind kostenlos.

Thomas Vasek ist Journalist und Buchautor in München


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