„Ich glaube an den Plot, nicht an die Wahrheit“ sagt Giancarlo De Cataldo

Feuilleton | Thomas Askan Vierich | aus FALTER 21/10 vom 26.05.2010

Doch, es ist ein Roman. Auch wenn er auf „wahren Begebenheiten“ beruht. Das betont Giancarlo De Cataldo seit Erscheinen seines Bestsellers in Italien 2002 immer wieder. Der Autor hat sich an der römischen Magliana-Bande orientiert, um zu zeigen, wie mafiöse Strukturen funktionieren, wie das organisierte Verbrechen in Italien politisch instrumentalisiert wurde und dass den Justizbehörden aus politischen Gründen oft die Hände gebunden sind. „Romanzo Criminale“ verkaufte sich in Italien 400.000-mal und wurde zweimal verfilmt – sowohl fürs Kino als auch als Serie fürs italienische Fernsehen.

Der in Rom als Richter arbeitende De Cataldo erzählt von Aufstieg und Fall römischer Vorort-Krimineller in den 70er- und 80er-Jahren, die bald den Drogenhandel in Rom kontrollieren, konkurrierende Banden ausschalten, um dann untereinander in Streit zu geraten und sich gegenseitig umzubringen. In diese Story, die weitgehend der Realität entspricht, flicht De Cataldo die gut erfundene Liebesgeschichte


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