Nüchtern betrachtet

Wie schön wär Berlin ohne Berliner

Feuilleton | aus FALTER 21/10 vom 26.05.2010

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Mein letzter Berlin-Trip ging mit einem All-Time-Shopping-Low einher. Dass ich das zu den blauen Socken (meine einzige Erwerbung neben einer Schachtel Pralinen) passende Sakko, das in Wien nur in Jockey-Größen vorrätig ist, auch in der Mulackstraße nicht gekriegt habe, war zwar schon ein kleiner Dämpfer, aber damit kann ich leben. Was mir an Berlin wirklich auf den Arsch geht, möchte ich diesmal in Form eines kleinen Dramoletts verdeutlichen. Ort der Handlung ist die Karl-Liebknecht-Straße, Höhe Alexanderplatz. Es treten auf: ein Herr aus Wien (Ehauw) und ein Berliner Busfahrer (Ebebu). Es regnet wie blöd. Ehauw ist schon durchnässt und sichtlich in Eile. Er klopft an die Tür eines geschlossenen, aber mit Ebebu besetzten Busses der Linie TXL.

Ehauw: „Fahren Sie zum Flughafen?“

Ebebu (schweigt, sieht Ehauw aber sehr berlinisch an).

Ehauw: „Fahren Sie zum Flughafen?“

(lange Pause,


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