Prost!

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Tomatenkernöl

Stadtleben | aus FALTER 21/10 vom 26.05.2010

Platz für ein Öl ist im kleinsten Kernchen

Okay, das ist jetzt kein klassischer Drink im eigentlichen Sinne. Aber es ist flüssig, es ist fantastisch, es ist ziemlich schräg, und außerdem hat man von Tomatenkernöl bisher einfach noch nicht viel gehört.

Franz Hartl, Spezialist für extravagante Spezialöle, las im Zuge der Recherche für sein Buch über Öle erstmals vor ein paar Jahren davon, nämlich dass es 2005 in Bremerhaven ein EU-gefördertes Projekt gab, dessen Aufgabe es war, das Abfallprodukt Tomatenkerne irgendwie sinnvoll und gewinnbringend zu verwerten. Hartl probierte dann lange, irgendwoher Kerne zu bekommen, man braucht aber halt erstens recht viel davon – ein Liter Öl wird aus zehn Kilo Kernen gepresst, und die stammen aus 200 bis 300 Kilo Paradeisern –, und lebensmitteltauglich müssen sie zweitens ebenfalls sein.

Er fand sie in Spanien, von dort werden die getrockneten Kerne jetzt säckeweise angeliefert.

Wesentlicher Punkt an dem Öl ist auch der Anteil der Tomatenschalen, die nämlich nicht nur für eine tolle Farbe und aromatische Schärfe sorgen, sondern auch Lycopin enthalten, den paradeisigen Wunderstoff und Radikalenfänger, für das Öl außerdem natürliches Konservierungsmittel. „Das wollt ich unbedingt da drin haben“, sagt Hartl. 59 Prozent ungesättigte Fettsäuren kann das Öl außerdem aufweisen. Und einen ziemlich tollen Geschmack, der etwa Salzkrustenfisch Pfiff verleiht.

Weiterführende Infos und Kaufmöglichkeit auf Franz Hartls Internetseite: www.hartls-oele.at. fH


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