Kritik

Der Herr Karl ist in der Mehrzahl

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 22/10 vom 02.06.2010

Der Herr Karl war immer schon der Herr Karl. In Nikolaus Habjans und Simon Meusburgers Puppentheater-Adaption des Monologs von Merz/Qualtinger ist „Der Herr Karl“ gleich mehrmals zu finden. Er ist der Kellner, der Gast, die Bardame – drei lebensgroße Puppen mit verbrauchten Gesichtern, die von Habjan großartig bespielt werden. Es wird geraunzt und gejammert, die Platte am Grammophon dreht sich, das Lokal ist schummrig, es wird getrunken und von alten Zeiten erzählt. Ein ganzes Stück österreichischer Geschichte wird aufgearbeitet, und der Herr Karl ist der naive und altbekannte Wiener, in dem man bald den Opportunisten und Mitläufer erkennt. Ein lustig tragischer, sehr wienerischer Abend, der vor allem von Habjans Spiel lebt.

Schubert-Theater, Fr, Sa, Mo, Di 19.30


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige