Kritiken

High und Low auf Augenhöhe

Lexikon | Nicole Scheyerer | aus FALTER 22/10 vom 02.06.2010

Das komplexe Verweissystem beginnt schon beim Titel: Die Phrase „Sonntag des Lebens“ entstammt einem Zitat von Hegel über Malerei, aber auch ein Roman von Raymond Queneau heißt so. Das Hohe wie das Niedere sollen in der Ausstellung gleichrangig behandelt werden, die Christian Kobald und Jonas Zakaitis kuratieren. Die Schau kreist um eine zeitgenössische Version des Stilllebens und umfasst Kunstwerke ebenso wie Readymades. So finden sich auf der Exponatliste etwa „Drei afrikanische Kannen“, deren Streifenmuster jedoch kein Künstler entworfen hat. Christoph Meier steuert einen Teppich mit Arbeitsspuren aus seinem Atelier bei. Auch ein Film, ein Gedicht und ein Lied fehlen nicht. Um sich auf diesen hybriden Mix einen Reim zu machen, rüstet man sich am besten mit „unbekümmerter Ausgelassenheit“ (Hegel).

Coco, bis 20.6.


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