Vernissagen

Dem White Cube unter die Haut geschaut

Lexikon | aus FALTER 22/10 vom 02.06.2010

Selig die niederösterreichischen Künstler, denn ihre Heimatprovinz betreibt in Wien einen Kunstraum. Diese Woche eröffnet dort eine Personale von Judith Fegerl, einer begnadeten Tüftlerin, die das Verhältnis von Kunst und Maschine erforscht. In früheren Skulpturen hat Fegerl strickende oder zwitschernde Apparate von technoider Poetik gebaut. Für ihre Ausstellung „Self“ legt die Künstlerin nun im Kunstraum Niederösterreich sämtliche der in den Wänden verborgenen Stromleitungen frei. Zum Striptease des Raumes gehört auch die Freilegung verdeckter Fenster, der Einriss von Zwischenwänden und das Kappen von Lichtschienen. Durch diese entblößenden Eingriffe werden die Betrachter mit einem normalerweise unsichtbaren Kreislauf konfrontiert, der hinter den Wänden des sakrosankten White Cube ein Leben für die Kunst führt. nS

Kunstraum Niederösterreich, Do 19.00; bis 24.7.


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