Kolumne

Die Hoffnung schafft Frieden: zu Besuch im jungen Kosovo

Außenpolitik


Raimund Löw
Falter & Meinung | aus FALTER 22/10 vom 02.06.2010

Wenn sich die klobigen Geländewagen mit den Fahnen aus Schweden und Frankreich, Österreich und den USA durch das Verkehrsgewühl von Pristina zwängen, dann spürt man: Der Kosovo steht nicht auf eigenen Füßen. Tatsächlich ist das schwer bewachte Glasgebäude des obersten EU-Vertreters, der sich auf tausende europäische Polizeibeamte, Richter und internationale Soldaten stützt, das wichtigste Machtzentrum des Landes. Unter dem Schutz internationaler Präsenz sind seit der umstrittenen Unabhängigkeit vor zwei Jahren allerdings lebendige staatliche Strukturen entstanden. Die Regierung unter dem früheren UCK-Führer Hashem Thaci mag schwach sein, das Parlament noch unerfahren und die Verwaltung korrupt. Aber das unterscheidet den Kosovo nicht von anderen Balkanstaaten.

Die Doppelherrschaft von ausländischen Beschützern und einer aus ehemaligen kosovarischen Guerillakämpfern bestehenden lokalen Führung hat den knapp zwei Millionen Bürgern ein seit langem nicht mehr erlebtes Ausmaß

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