Wieder gelesen

Bücher, entstaubt

Politik | Wolfgang Zwander | aus FALTER 22/10 vom 02.06.2010

Dokumentierte Vernichtung

Was wissen wir über den Zweiten Weltkrieg? Noch immer viel zu wenig. Vergangenen Herbst erschien die deutsche Übersetzung eines Buches, das erzählt, wie der Krieg das Leben der jüdischen Familie von Lotti Kahana-Aufleger zerstörte. Kahana-Aufleger lebte mit ihrem Mann, ihrer Tochter und ihren Eltern in Czernowitz, das heute in der Ukraine liegt und damals Teil von Rumänien war. Bis zum Ausbruch des Krieges führten sie ein bürgerliches Leben, danach geriet die Familie – wie alle dort lebenden Juden – zwischen die Fronten der Weltpolitik. Erst wurden sie von den Sowjets drangsaliert, danach von den Nationalsozialisten und ihren rumänischen Verbündeten ausgehungert und vernichtet. Lotti Kahana-Aufleger überlebte die „Jahre des Kummers“ und schrieb den erlebten Terror nieder, um ihn für die Nachwelt in Erinnerung zu halten. Am Montag, dem 7. Juni, wird das daraus entstandene Buch ab 19 Uhr im Jüdischen Museum präsentiert.

Lotti Kahana-Aufleger: Jahre des Kummers überlebt, 2009, Hartung-Gorre Verlag, Konstanz, 132 S., € 14,80


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