Nachgetragen

Wien, Europa und die Welt. Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Politik | aus FALTER 22/10 vom 02.06.2010

Sie sind Weltverbesserer: wenn Bürger um ihre Anliegen kämpfen

Anna Sawerthal

Falls die Türkei die Homo-Ehe zulässt, ist das auch das Verdienst von Horst Schalk. Am Ringfinger trägt der praktische Arzt aus Graz einen Goldring, genauso wie sein Partner, und das seit fast 20 Jahren. 2011 wollen sich die beiden an ihrem 20. Jahrestag offiziell „verpartnern“ – oder vielleicht sogar heiraten. Dafür kämpfen sie seit acht Jahren. Was 2002 am Standesamt in Ottakring begann, fand diesen Februar einen Höhepunkt in Straßburg, vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Schalk ist verwundert, dass vor ihm noch niemand auf die Idee gekommen ist, die Ehe für Schwule gerichtlich auszufechten. Bei allen österreichischen Instanzen abgeblitzt, ging er zum europäischen Höchstgericht. Es ist eine halbe Sensation, dass es bei dem überfüllten Gericht überhaupt zur Verhandlung kam, erzählt er. Knapp vor dem Termin installierte Österreich die „eingetragene Partnerschaft“, eine


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige