Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 22/10 vom 02.06.2010

Das österreichische Unterhaltungsfernsehen hat was vom langen Marsch durch die Wüste Gobi (um hier auch wieder einmal an Andreas Khol zu erinnern). Der Markt teilt sich unter zwei Leuten auf, die alle großen Sendungen moderieren: Alfons Haider, der gelackte Profi für die Alten, Mirjam Weichselbraun, das genormte Mädel für die Jungen. Beides gute Fernsehgesichter, aber vom gleichen Schlag. So verkommt jede neue Show zum routinierten Alfons-oder-Mirjam-Format. Wie zuletzt, als Weichselbraun versuchte, bei der Nostalgie-Sendung „Die Couch“ ein gepflegtes, aber launiges Gespräch mit Promis zu führen, und man sich vorkam wie auf MTV für Senioren. Keine Ahnung, warum der ORF nicht neben den Staatsmoderatoren auch andere ranlässt. Zum Beispiel Claudia Reiterer, früher Politik-Journalistin, heute „Konkret“-Moderatorin. Sie hat man nach ihrem Sieg bei „Dancing Stars“ als Talent für die Unterhaltung gefeiert – und lässt sie nun lieber im Vorabendprogramm Konsumentenschutztipps geben.


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