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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 22/10 vom 02.06.2010

Revolutionen anzetteln, Demos kundtun, wichtige Nachrichten verbreiten: All das kann man mit Twitter tun. Und dann kann man auch noch live aus dem Kino berichten. Das tat zumindest Woman-Chefredakteurin Euke Frank bei der „Sex and the City 2“-Premiere. Sie saß quasi als embedded journalist im Saal und berichtete, was auf der Leinwand geschah. „Die Mädels sind runzeliger – aber sehr chic!“, so die erste Meldung. Kurz darauf erfuhr die Online-Community von den Beziehungsproblemen der Hauptcharaktere. Bei Mr. Big und Carrie kriselte es und Frau Frank zwitscherte live mit: „Shit: Carrie hat fremdgeküsst! Das verzeihen wir ihr nie.“ Bis zum Abspann ist freilich alles wieder gut. „Cool! Mr. Big schenkt Carrie einen Ring statt sauer zu sein“, schrieb die Woman-Chefredakteurin. Das Gute an Twitter ist übrigens, dass man solchen Schwachsinn nicht lesen muss. Ich lese die Nachrichten von Frau Frank vorerst nicht mehr. Eines habe ich aber von ihr gelernt: Keine zehn Pferde bringen mich in diese Vorstellung.


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