Die Hände hoch, die Mieten rauf: Räuber und Gendarme auf der Lower East Side


Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 22/10 vom 02.06.2010

Wer als Romancier in Restaurantkritiken zitiert wird, hat es vermutlich geschafft. Vor kurzem erst beschloss der Gastrokritiker der New York Times seine Besprechung von Pulino’s Bar & Pizzeria (Bowery, Höhe Houston) mit den Worten: „Restaurant dressed as theater dressed as nostalgia, is how the novelist Richard Price put it, in, Lush Life.‘ That’s Pulino’s exactly.“

Hierzulande ist Price, 1949 in der Bronx geboren, bislang wohl eher Film- und Serienfreaks ein Begriff (als Drehbuchautor zu Filmen wie „The Color of Money“, „Sea of Love“, „Mad Dog and Glory“ oder von fünf Episoden der Kultserie „The Wire“). Das wird sich mit der eben erschienenen Übersetzung von „Lush Life“ sicher ändern. „Cash“, wie der Roman „auf Deutsch“ heißt, richtet seinen Fokus auf jenen Zipfel Manhattans, wo sich Brooklyn-, Manhattan- und Williamsburg-Bridge (Eselsbrücke: BMW) über den East River spannen.

Die Lower East Side war einst ein armes Einwandererviertel und wurde

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