Vor 20 Jahren im Falter

13 Jahre Falter

Wie wir wurden, was wir waren

Falter & Meinung | aus FALTER 22/10 vom 02.06.2010

Wir waren immer ein bisschen anders, außer der Regel, oder – wie es der Chefredakteur einmal ausdrückte – normal, aber leider die Einzigen. Wen wunderte es, dass wir das Zehnjahresfest vorüberziehen ließen und stattdessen das Datum unseres Ersterscheinens nach 13 Jahren feierten. So waren wir eben.

Diesmal zitieren wir nicht aus einem Text. Obwohl sich gerade in dieser Ausgabe allerhand anböte: Helmut Schüller kommentierte einen Brief der Bischöfe. Rainer Münz und Heinz Faßmann beschrieben die Geschichte Wiens als Geschichte einer Zuwandererstadt, Thomas Mießgang steuerte ein großes Curtis-Mayfield-Porträt bei, Wolfgang Reiter rezensierte die jüngste Tabori-Inszenierung, Dietmar Steiner reagierte auf Christian Zillners „Seilschaften“-Text, Birgit Kellner rechnete mit dem Donauinselfest ab und Clarissa Stadler berichtete von der Biennale (wobei der Falter selbstverständlich nicht die Holzschnitzskulptur verwendete, die Künstler Jeff Koons und Pornostar Cicciolina beim Beischlaf zeigt, sondern Hochofenfotos von Bernd und Hilla Becher).

Nichts davon zitieren wir, nicht einmal den drei Seiten langen Falter-Gedächtnisartikel aus der Feder des Chronisten („13 vorbei und 14 verweht – da sieht man, wie die Zeit vergeht“). Nein, der Chronist zieht es vor, sich der sentimentalen Erinnerung hinzugeben, wie er erstmals als Keyboarder in einer eigens für den Anlass gegründeten Band auftreten durfte. Sie bestand aus Doris Knecht (vocals), Johann Skocek und Oliver Lehmann (guitars), Thomas Mießgang (bass) und Franz Josef Hartl (drums). Ich selbst bediente eine Farfisa-Orgel. Das Repertoire bestand aus fünf Stücken, von den Beatles, den Velvet Underground, Bob Dylan, Lou Reed/John Cale und den Doors Das war unser Programm, die Hauptattraktion des Abends. Das Publikum hob die Feuerzeuge und forderte mehr. Wir konnten fünf Songs, die wiederholten wir. Und wir danken Gott dafür, dass keine Tondokumente die Erinnerung trüben. AT


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