Nüchtern betrachtet

Man sollte es eher wie Bryan Ferry machen

Feuilleton | aus FALTER 22/10 vom 02.06.2010

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Als wir unlängst die Friedrichsstraße runtergingen, kamen mein Treptower Spezl Jörg und ich an der Filiale einer duzfreudigen Körperpflegeartikelkette für Menschen vorbei, die mit Schmutz und Schweiß so wenig zu tun haben, dass sie duschen für eine Freizeitbeschäftigung halten. Kurz und gut, man verkauft dort Reinigungsschäume für Typen wie mich. Auf dem Schaufenster war das Bild einer retro-gestylten Frau mit grüner Gesichtsmaske affichiert, die eine Banane in der Hand hält und per Sprechblase verkündet: „Wir stecken die ganze Frucht rein!“ Jetzt natürlich Jörg und ich „kicher-kicher“ – so als hätte eine der „Sex and the City“-Tussis gerade einen Penisgrößenwitz erzählt. Irgendwie finde ich es aber nicht richtig, dass man von duzfreudigen Körperpflegeketten zu anzüglichem Gekicher animiert wird. Überhaupt bin ich für mehr Prüderie im öffentlichen Raum. Ich


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