Von Vielfalt und Anarchie in der Provinz

Steiermark | aus FALTER 22/10 vom 02.06.2010

Alfred Goubran begibt sich in seinem Erzählband „Ort“ auf Spurensuche in die Stadt seiner Kindheit und Jugend

Buchkritik: Paul Pechmann

Der in Graz geborene und in Klagenfurt aufgewachsene Alfred Goubran betritt in seinem Buch „Ort“ den literarischen Topos der Provinz und versucht anhand von porträtartigen Geschichten kleinstädtische Lebensmöglichkeiten aus verschiedenen Winkeln – Zentrum, Stadtrand, Durchzugsstraße – her auszuleuchten. In „Terra Nullius. Meine Wälder“ lässt der Ich-Erzähler in der Nacht vor dem Begräbnis seines Vaters die problematische Kindheit und Jugend Revue passieren, „An Land“ erzählt von einem Unternehmer zwischen Konkurs und Scheidung, „Straßen“ wiederum zieht den Leser in die Welt eines Geschäftsreisenden.

Die dargestellten Lebenswelten reichen von einer bohemehaften des jungen Poeten „aus eigenen Gnaden“ und Gelegenheitsdealers bis zu jener glanzlosen des tagsüber von Lieferanten und Behörden bedrängten Buchhändlers, der


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