Phettbergs Predigtdienst

Das Frühstück eines Haftlmachers

Kolumnen | aus FALTER 22/10 vom 02.06.2010

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Mein Ahnen ist weit vom Wissen-Schaffen entfernt. Die tausenden Feldversuche meines Gehirns (Gestionsprotokolle) sind gespickt mit Tippfehlern. Griechenland ist nahe der Türkei. Mentalitäten des Südens. Mentalitäten … Alle meine Bögen brechen. Wenn der Euro nicht hält, dann, sagt die deutsche Regierungschefin, bricht mehr. Typisch, heute konnte ich nicht scheißen! Sonst kann ich alles abhaken, Frühstück betreffend. Heute hab ich das erste Mal Sardellen gefrühstückt und mir seit Langem ein Ei gedämpft. Alles gelang, aber das Scheißen gelang heute nicht.

Mohn ist Religion. Weit und breit fragte ich, welche Art von Gewächs der Mohn denn sei? In Unternalb wächst der Klatschmohn. Und wenn du einen vollständigen Klatschmohn heimbringst, ist das ein Signal für Wonne! In Afghanistan hingegen wächst der afghanische Kokainmohn, woraus Wonnigliches geerntet wird. Ganze Mafiabünde leben davon. Und da die Währung unsicher ist, wurde die Mafia unlängst des Diebstahls von Gemälden in Paris verdächtigt.

Ich Haftlmacher will immer wissen, ob es Gemüse oder Obst ist, damit ich dann mein Frühstück schön ordnen kann! Denn zu meiner Rechten kommt Gemüse, in der Mitte liegen Nüsse und Kerne, also Fett: Avocado, Enzian-Eckerlkäse, Sardellen, Matjes. Und zu meiner rechten Seite liegt Obst, Brot, Joghurt, Hirse, das einzelgängerische Getreide. Na klar, Kokain käme zu meiner Rechten, doch seit Jandl wissen wir, wie leicht „lechts und rinks“ zu verwechseln sind … Oft hab ich Sehnsucht nach Mohnweckerln. Jetzt weiß ich, Mohn gehört strenggenommen zum Getreide. Zum Genossen Hirse. Also gehört Kokain doch vor mein Nasenspitzl? Mein Hirngeschlagensein kam nur von meiner Fresssucht. Nie Alkohol, nie Drogen, nie Rauchwaren.

Eigentlich müsste auf YouTube neben meiner vom Roman geplanten Sequenz „Integriertes Gesamtjenseits“ mein Frühstück stehen: „Das Frühstück eines Haftlmachers“. Und dazu gehörte ich, nackt beim vorabendlichen Decken meines – vom Tischler und Sargmacher Unternalbs, Ferdinand Zauner, meiner Oma und also seiner Tochter, Theresia Fenz, als Mitgift gezimmerten – Tisches. Wenn nicht einmal mehr die Mafia an den Euro glaubt, wird es knapp. SOS!

Die ungekürzte Version des Predigtdienstes ist über www.falter.at zu abonnieren.

Unter www.phettberg.at ist wöchentlich neu zu lesen, wie Phettberg strömt


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