Kritik

Schönes Jammerspiel nach Joseph Roth

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 23/10 vom 09.06.2010

Der unheilbar kranke Sohn Menuchim, ein Zuhause im antisemitischen Russland, ein Weltkrieg und viele Tode führen dazu, dass der orthodoxe Jude Mendel Singer (Günter Franzmeier) in der neuen Heimat Amerika seinen Glauben verliert. Michael Sturminger inszeniert auf einer sehr schönen, sehr reduzierten Bühne (Ralph Zeger) Joseph Roths Roman „Hiob“ in der Bühnenfassung von Koen Tachelet. Ein gegen Ende etwas langatmiges, insgesamt aber gelungenes Jammerspiel, das von einer Familie erzählt, deren Fall von der ersten Sekunde an spürbar wird. Hervorzuheben sind Maria Bill als Mendels Frau und die Live-Musik von Gerald F. Preinfalk, der „Menuchims Lied“ aus Eric Zeisls unvollendeter Vertonung des Romans neu interpretiert hat.

Volkstheater, Sa, So 19.30


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