Glosse

Kim Il Noever oder: Nordkorea beginnt am Stubenring

Kultur

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 23/10 vom 09.06.2010

Die Selbstlegitimation und -beweihräucherung des Mak-Direktors findet üblicherweise auf Pressekonferenzen und in Jahresberichten statt, nun hat dieser sogar ein seriöses Medium gefunden: Im Profil tritt Peter Noever den zahlreichen Kritikern seiner, ähm, „kontextualisierungsarmen“ Nordkorea-Schau mit einer propagandistischen Dreistigkeit entgegen, die es mit den derzeit im Mak ausgestellten Werken locker aufnehmen kann. Kunstkritik wird von Noever pauschal als Wertungswillkür und politisch korrektes Banausentum denunziert, die das „auratische Wesen“ der Kunst und das „authentische Erleben lebender Kunst“ zerstöre. Um das „Interpretationsmonopol“ der „Kunstfremden“ zu brechen, fordert Noever nun einen autonomen Kunstsender. Aber sicher: demokratisch und kunstsinnig wie Radio Pjönjang.


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