Die Frauen im Feuer

Politik | aus FALTER 23/10 vom 09.06.2010

Die Straßenprostituierten Katerina Vavrova und Petya Filkova wurden verschleppt und verbrannt. Auch Wiens Prostitutionspolitik trägt Mitschuld an ihrem Schicksal

Reportage: Florian Klenk

Ihre Freier nannten sie „Katerina, die Große“. Sie hatte von einem eigenen Haus geträumt. Am Ende reichte das Geld nicht einmal für die Überstellung ihres Leichnams in ihre Heimat Tschechien.

Ihr Begräbnis fand am Friedhof der Weinviertler Kleinstadt Asparn an der Zaya statt. Nur der Pfarrer und der Bürgermeister begleiteten den Sarg. In fünf Minuten war die Einsegnung beendet, ein streunender Hund bewachte das offene Armengrab. Da lag sie nun, „Katerina Vavrova, 1984–2007“, verkohlt, die Hände abgehackt. Ein Bauer hatte die Straßenprostituierte auf einem Bahndamm gefunden. Das nächtliche Feuer hatte niemand gesehen.

Der Mord an Katerina Vavrova wäre in Vergessenheit geraten, wenn Arbeiter im 25 Kilometer entfernten Hohenruppersdorf kürzlich nicht wieder eine Leiche gefunden hätten.

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