Weiße Engel, schwarze Massen

Medien | aus FALTER 23/10 vom 09.06.2010

Die WM wäre für die Medien eine Gelegenheit, ihr klischeetriefendes Afrika-Bild zu überdenken

Essay: Sibylle Hamann

Es ist gar nicht schwer, über Afrika zu schreiben. Die Erde wird rot sein, der Horizont weit, irgendwann wird die Sonne untergehen. Wenn sich Stille übers Land legt, jene gespenstische Stille, die immer herrscht, wenn eben eine Katastrophe vorbeigezogen ist, werden die dunklen Menschen zu einer fließenden, amorphen Masse verschwimmen. Aus der Ferne wehen Trommelklänge her. Es wird sich magisch anfühlen, rätselhaft irgendwie, das wird zu den apokalyptischen Zahlen passen, die zu vermelden sind, und zu den geraunten Warnungen. Der Untergang ist nah.

Wem das als Anleitung für Afrika-Berichte nicht reicht, für den hat der in Kenia geborene, in den USA lebende Schriftsteller Binyavanga Wainaina noch Stiltipps parat. „Im Titel müssen Sie immer Finsternis oder Safari unterbringen“, empfiehlt er in einem polemischen Essay, „nützlich sind auch die Begriffe Guerilla,


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