Rummelplatz der Emotionen

Feuilleton | aus FALTER 23/10 vom 09.06.2010

Frank Castorfs Bühnenbildner Bert Neumann liebt Jahrmärkte, Baustellen und leidenschaftliche Schauspieler

Porträt: Wolfgang Kralicek

Dass die Pradler Ritterspiele vor einigen Jahren in Berlin gastierten, haben sie Bert Neumann zu verdanken. Der Berliner Bühnenbildner ist ein Fan der ehrwürdigen Wiener Trashtheatertruppe, und er meint das überhaupt nicht zynisch. Neumann hat großen Respekt vor dem heiligen Ernst, mit dem die Pradler bei der Sache sind.

Auch den Wurstelprater mit seinen billigen Kulissen liebt Bert Neumann; für René Polleschs „Fantasma“ baute er eine Geisterbahn auf die Bühne des Akademietheaters. „Man darf nie vergessen, wo das Theater herkommt“, sagt er. „Dieses Halbseidene, Halbweltartige ist wichtig. Irgendwie haftet dem Theater ja immer noch ein zweifelhafter Ruf an – das finde ich eigentlich ganz gut so.“

In der Ausstellung, die Neumann derzeit in der Belvedere-Expositur Augarten Contemporary zeigt, erinnern gestreifte Vorhänge an Zirkuszelte, das


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