Kraliceks Festwochentagebuch

Willkommen in der Neigungsgruppe Sex, Gewalt und gute Laune

Notizen eines Festwochenbesuchers auf der Suche nach dem Theaterglück (4)

Feuilleton | aus FALTER 23/10 vom 09.06.2010

Wolfgang Kralicek besucht fast jede Vorstellung der Wiener Festwochen

Mittwoch, 2. Juni: Liebes Tagebuch! Der Ungar Kornél Mundruczó ist derzeit einer der härtesten Regisseure der Theaterwelt. Nach dem deftigen „Frankenstein-Projekt“ im Vorjahr zeigt er heuer eine Adaption von Vladimir Sorokins Roman „Ljod. Das Eis“. Der russische Autor verpackt seine Gesellschaftsanalysen in krude Fantasyszenarien; in „Ljod“ (2002) wird Russland von einer Sekte aus blonden, blauäugigen Herrenmenschen unterwandert. In Mundruczós Inszenierung, die aus gutem Grund erst ab 18 Jahren freigegeben ist, spielen sich in einer versifften Wohnung Sex- und Gewaltszenen ab, wie man sie auf der Bühne selten zu sehen bekommt. Es gibt aber auch eine großartige Interpretation von Chris Isaaks „Wicked Game“ zu hören. Und ein paar schön geschmacklose Witze. In einer Gruppensexszene hat einer der Beteiligten Probleme, zum Orgasmus zu kommen; als es dann doch so weit ist, wird sein Ejakulat von einem


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