„Es kommt ja nichts aus dem Nichts“

Feuilleton | aus FALTER 23/10 vom 09.06.2010

Das Pendel der Musikgeschichte: Lothar Knessl im Gespräch über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Avantgarde

Interview: Carsten Fastner

Natürlich hat Lothar Knessl eine elegante Formulierung parat, mit der er seine Freude über das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien (Überreichung am 9. Juni) ohne Larmoyanz relativieren kann: „Im innersten Grunde ist es mir nicht wichtig. Aber aufgrund des Ambientes in Österreich ist es notwendig, dass man sich darüber freut.“

Auch für solche feine Ironie kennt und schätzt die österreichische Musikwelt den Mann, der so intensiv und kenntnisreich wie kein Zweiter das musikalische Schaffen der letzten 60 Jahre beobachtet und via Zeitung, Rundfunk und Universität anschaulich vermittelt hat. Einen lachenden Nachsatz verbeißt sich Knessl nicht: „Andere kriegen ihre Orden mit 50, ich krieg ihn halt mit 83. Da besteht die Chance, dass ich schon vor der Verleihung abgelebt bin.“

Falter: Kann Sie ein Komponist heute überhaupt


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