Nüchtern betrachtet

Ich näh einen Knopf an. Das müsste nicht sein!

Feuilleton | aus FALTER 23/10 vom 09.06.2010

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Ich möchte diesmal ein, zwei deutliche Worte an die Modeindustrie richten, und die Modeindustrie sollte besser ihre Löffel spitzen, denn so verlässliche und krisenresistente Kunden wie mich hat sie nicht viele. Zum einen muss ich die Modeindustrie doch dringend dazu auffordern, mit ihren Markennamen keuscher umzugehen. Logos möglichst groß auf Kleidungsstücke zu drucken ist nicht cool, sondern doof: Das Polo-Shirt wird so zum Prolo-Shirt. Markenidentität will durch Qualität der Materialien, der Verarbeitung, des Designs errungen werden und nicht dadurch, dass man mit Dolce und Gabbana unterzeichnet. „Das Schönste an dem Bild ist die Unterschrift“, kommentierte meine Aquarellierkurslehrerin das Stilleben meiner Sitznachbarin – ein vernichtendes Urteil. Zum anderen soll die Modeindustrie – ! – ihre Originalität aber auch nicht ausschließlich in die Gestaltung von Knöpfen investieren.


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